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Thomas Breuer

Stellvertretender Redaktionsleiter beim Delmenhorster Kreisblatt:

Jede Menge Stoff für Geschichten

Es ist erstaunlich, welche Geschichten das Leben schreibt. Einige davon zu erzählen, ist jeden Tag eine lohnende Herausforderung.

Einmal über Delmenhorst ablästern? Das geht am besten mit den Delmenhorstern selbst. Denn die sehen ihre Stadt in der Mehrheit ziemlich kritisch und sind erstaunt, wenn andere sagen: „Ihr habt es aber schön hier.“ Als gebürtiger Delmenhorster bin ich vorbelastet, so und so. Die Vorzüge der Stadt liegen auf der Hand: kurze Wege, viel Grün, Kultur, Krankenhaus und anderes mehr zum Greifen nahe. Die Sünden der Vergangenheit aber auch: Nebenzentren, die die Innenstadt ausbluten lassen, und Bauten aus den 1970er Jahren, die hier eigentlich nichts zu suchen haben.

Das alles birgt Stoff für viele Diskussionen und Geschichten in der Lokalzeitung. In diesem Jahr ganz besonders: Zwei Parkhäuser werden dem Erdboden gleichgemacht, genau wie fünf Hochhäuser im Problemquartier Wollepark, und auch das eine Krankenhaus in der City verschwindet, um bis 2021 ein neues zu errichten. Der ganze alte Beton soll raus, um Platz zu machen für das neue, frische, der Zukunft zugewandte Delmenhorst. Nur relevante neue Wohnbaugebiete auf den Weg zu bringen, das haben die politischen Entscheider noch nicht geschafft. Für den Job bringt das mit sich, den Spagat zu leisten zwischen kritischer Draufsicht und der nötigen Liebe zum eigenen Lebensumfeld, in dem man sich auch am Abend mit „Moin“ begrüßt. Hier bewegt sich was. Dass Sarah Connor bei uns groß wurde, ist da allenfalls noch am Rande erwähnenswert.